Storkow

Storkow ist eine der ältesten deutschen Städte. Eine Urkunde  von Kaiser Otto IV. erwähnt 1209 den Ort "Sturkuwe", was wahrscheinlich vom altslawischen Ausdruck Strucku (Storch) herrührt. Dieses Wahrzeichen ist auch auf dem Wappen der Stadt zu sehen, auf dem im Hintergrund ein Storch stolziert. In der Urkunde ist von einer Schenkung  des Kaisers "Burgward Sturkuowe" nebst Schaplowsee an das Zisterzienserkloster die Rede.
Die günstige Lage an der Furt zwischen See und dem Sumpfgebiet gab den Ausschlage für die Gründung im 13. Jahrhundert. Zum Schutz der Furt wurde 1200 eine befestigte Burg errichtet. Die ersten nachweislichen Burgherren waren die Ritter von Strele, ab 1377 die Familie von Biberstein und 1519 erweiterte Dietrich von Bülow den Burgward. Kurfürst Johann von Brandenburg baute abermals 1558 einen Burgteil dazu. Nach mehreren Bränden und Absenkungen sind heute nur noch das Brauhaus aus Backstein und Teile der Burgmauern zu sehen.

Die Stadt litt am meisten unter dem Brand 1570. Er vernichtete schnell die Holzfachwerkhäuser. Im ältesten Stadtteil steht die denkmalgeschützte Kirche, die erstmals 1336 erwähnt wurde. Nach dem Brand wurde sie im Spitzbogenstil wiedererrichtet. Sehenswert sind in der Innenstadt auch der kleine Marktplatz mit seinen schon teilweise restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 18.Jahrhundert, der denkmalgeschützte Park , der Weg zum Kanal vorbei an der malerischen Schleuse.

Der Storkower Kanal führt vom Scharmützelsee durch den Storkower und Wolziger See und mündet in die Dahme.
Außerhalb Storkows zählt das 1908 durch den Geheimen Kommerzienrat Georg Büxenstein erbaute Jagdschloß Hubertushöhe zu den Anziehungspunkten. Es befindet sich süd-östlich der Stadt am Großen Storkower See. Auch seltene Naturlandschaften wie die Marstallwiese, die eine typische Salzpflanzengesellschaft aufweist oder die Binnendüne Walterberge (eine 500 Meter lange und 40 Meter hohe Dünenlandschaft) kann man durchstreifen.

Verläßt man das alte Städtchen trifft man nach wenigen Kilometern auf die Orte Philadelphia und Neu Boston. Was jedoch so nordamerikanisch klingt, gründet sich auf preußische Siedlungspolitik.Der 30jährige Krieg hatte auch rund um Storkow fürchterliche Spuren hinterlassen. Ganze Städte und Dörfer waren ausgerottet. Zwischen 1624 und 1746 wuchs die Landesarmut auf 40 Prozent. Viele Bauern wurden besitzlos und hatten Sehnsucht nach einem Leben ohne Not und wollten nach Amerika auswandern. Deshalb bewegte der Vater Friedrich des Großen, der Soldatenkonig, süddeutsche Siedler, durch Steuerbefreiung, Kredite und einem eigenen Stück Land, die Gegend hier urbar zu machen. Aus ihrem eigentlichen Traum nach Amerika zu gehen war zwar nichts geworden, doch ihre Ansiedlungen benannten sie nach deren Traumzielen.

Als Ausdruck der Sehnsucht nach einem sorgenfreien Leben in der neuen Welt erhielten im 18. Jahrhundert diese Orte die Namen der nordamerikanischenStädte. Neu Boston besaß nur 8 Häuser, von denen man noch zwei verfallene Ruinen entdecken kann.Von hier aus lohnt sich ein einstündiger Spaziergang um den Lebbiner See.